Am 15. September lernen wir zwei romantische Dichterinnen aus Netphen kennen: Elisabeth Grube geb. Diez ( 1803-1872) & Katharina Diez (1809-1882). Dem Vergessen entrissen… hat sie Dr. Ingeborg Längsfeld. Die in Stuttgart ausgebildete Waldorflehrerin, hatte als erste Vorsitzende des Kulturforums Netphen e.V. das kulturelle Erbe des Siegerlandes, die Werke der in Netphen geborenen Dichterinnen Elisabeth Grube geb. Diez und ihrer Schwester Katharina Diez, wiederentdeckt. Eine Ausstellung mit Bildern und Texten aus insgesamt 38 Büchern – umfassend Dramen, Lyrik, Jugenderzählungen, Märchen- erstellte sie in mehrjähriger Forschungsarbeit an der Universität- Gesamthochschule Siegen: Ihre Arbeit holte das Werk 1992 aus seinem Dornröschenschlaf in Archiven und Museen. Anschließend entstand Längsfelds Dissertation über das Kinder- und Jugendliterarische Werk von Katharina Diez, die seitdem als Pionierin auf diesem literarischen Gebiet bezeichnet werden darf. Die beiden Freiheitsliebenden, geistige Unabhängigkeit erstrebenden Schwestern verließen schon als junge Frauen das Siegerland, um in der Kunststadt Düsseldorf ihre dichterischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Sie erfuhren mit ihren Dramen und Märchen dort höchste Anerkennung und gehörten schon bald zu den führenden geistigen Kreisen um den Theaterdirektor Karl Immermann und die bildenden Künstler des Künstlervereins „Malkasten“. „Sie wollen nichts als nur allein, den Thau, die Luft, die Liebe trinken..“ Das Zitat aus Katharinas Gedicht „Blumen und Kinder“ kennzeichnet die romantische Wurzel der Dichtung Katharinas und Elisabeths, wenngleich beide Schwestern in ihrer Wahlheimat Düsseldorf sehr unterschiedliche Wege gingen. Elisabeth, Autorin historischer Dramen, wurde von den Düsseldorfern als „Hofpoetin der Armen“ und aufgrund ihres unermüdlich sozialen Eifers zeitlebens gefeiert; Katharina knüpfte in vielen Märchen an ihre Siegerländer Heimat an, die für sie lebenslang Sehnsuchtsbild eines glücklichen und Naturverbundenen Kindheitsparadieses blieb. Ihre Theaterstücke wurden im 19. Jh. landesweit mit großem Erfolg aufgeführt. Ihre Jugendliteratur ist inzwischen neu ediert und von zeitgenössischen Künstlern mehrfach aufgeführt worden.
Dr. Ingeborg Längsfeld stellt das ungewöhnliche, mutige Leben beider Dichterinnen in einem reich bebilderten Vortrag, ergänzt durch vier Neueditionen der Werke, vor.